Read Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (TREDITION CLASSICS) by Heinrich Heine Online

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Dieses Werk ist Teil der Buchreihe TREDITION CLASSICS Der Verlag tredition aus Hamburg ver ffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden Diese waren zu einem Gro teil vergriffen oder nur noch antiquarisch erh ltlich Mit der Buchreihe TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte B cher zu verlegen und das weltweit Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und F rderung der Kultur Sie tr gt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten....

Title : Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (TREDITION CLASSICS)
Author :
Rating :
ISBN : 3842490488
ISBN13 : 978-3842490482
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : tredition 6 Dezember 2011
Number of Pages : 132 Seiten
File Size : 594 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland (TREDITION CLASSICS) Reviews

  • Liberaler
    2018-10-24 03:08

    Heines Abhandlung über die deutsche Religions- und Philosophiegeschichte von Luther bis ins 19. Jahrhundert hat mich ehrlich gesagt verblüfft. Eine solche tiefgreifende Analyse, diesen Scharfsinn an Reflektion und vor allem die tiefgründigen Einblicke in die geistigen Strömungen Deutschlands hätte ich nicht erwartet.Zwar ist das Buch auch nicht frei von Widersprüchen:* Im Vorwort weist Heine bereits darauf hin, dass die im Buch geäußerten Meinungen, die aus älteren Beiträgen des Autors stammen, nicht mehr seiner aktuellen Meinung entsprächen, im Gegenteil dieser sogar entgegenstünden.* Am Anfang geißelt Heine Luther als lustfeindlichen und asketischen Mönch, der im Vergleich zum lebensfrohen Papst Leo recht weltfremd daherkommt, später wird Luther als derjenige charakterisiert, der den Deutschen nicht nur die Geistesfreiheit, sondern auch die deutsche Sprache gebracht hat.Auch ist die Gesschichte an manchen Stellen etwas plakativ - Heine wollte es sich offensichtlich mit seinen französischen Lesern nicht verderben und zieht immer wieder für diese schmeichelhafte Vergleiche mit den deutschen Zuständen.Dennoch: Heine liefert eine sehr fundierte und dennoch leicht lesbare kurze Philosophie- und Religionsgeschichte, welche darüber hinaus Bewertungen von Philosophen und deren individueller Bedeutung enthält. Beginnend bei den unterschiedlichen Ansätzen von Plato und Aristoteles, macht Heine so die europäische Ideengeschichte transparent, indem er sie an zentralen Stellen erhellt.Man merkt an einigen Stellen, an denen es etwas sprunghaft wird, dass dieses Buch ursprünglich auf Artikeln beruhte, die zu verschiedenen Zeiten entstanden, und am Ende verfällt der Autor etwas zu stark dem Biografischen einzelner Philosophen, unterm Strich liefert Heine aber eine überzeugende Erklärung zentraler Begriffe wie Idealismus, Materialismus, Deismus und Pantheismus und verfügt über ein überraschend souveränes und überzeugendes Urteilsvermögen.

  • Lectorianus
    2018-11-13 07:12

    Heinrich Heines "Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" von 1834/5 ist aus mehreren Gründen absolut lesenswert: Zum einen, weil es eine sehr persönliche Sicht auf den Verlauf der Geistesgeschichte in Deutschland bietet, die durch Ehrlichkeit, Individualität und Offenheit überzeugt. Hier geht es nicht darum, Objektivität vorzutäuschen, sondern hier sagt jemand seine Meinung, und der Leser ist zum Selberdenken aufgefordert. Auch dort, wo man die Darstellung für zu oberflächlich und einseitig hält, hat Heine doch immer einen guten Punkt getroffen. Heine hat hier einige Einsichten mit Worten geprägt, die fast zu Sprichworten geworden sind.Zum anderen sollte man dieses Buch deshalb lesen, weil es von vielen gelesen wurde, und ein Bild der deutschen Geistesgeschichte erzeugt hat, das von vielen geteilt wird. Auch und gerade, weil es auch Fehler hat, sollte man um die Wirkmächtigkeit dieser Irrtümer wissen. Schließlich ist Heines Werk aber auch ein Zeitdokument, das einem die Augen öffnet, wie die Dinge in den damaligen Zeiten gelaufen sind - und wie sie wohl zu allen Zeiten laufen bzw. laufen könnten.Für Heinrich Heine mündet die Reihe Kant, Fichte, Schelling, Hegel in Pantheismus, in "Naturphilosophie". Im Pantheismus, in der Romantik, lebt auch das alte Germanentum wieder auf, während die Juden als "Schweizergarde des Deismus" nicht in das pantheistische Bild passen. Heine weiß, dass in der Naturphilosophie auch Gefahren liegen: Das Wiederaufleben der "Berserkerwut" des Germanentums aus "tausendjährigem Schlummer". Man meint, eine Prophezeiung auf Marx und Hitler zu lesen.Hier gibt es eigentlich keinen Grund für Optimismus und Fortschrittsglaube. Es ist unverständlich, wie Heine den Gang der Geistesgeschichte einschließlich ihrer Gefahren so beschreiben kann, aber dann relativ optimistisch dabei ist. Heine hätte hier die Frage nach einer besseren Alternative stellen müssen. Aber das tut er nicht. Heine scheint vielmehr im Ganzen recht einverstanden zu sein mit der "Naturphilosophie". Die Gefahren scheint er nicht ernst zu nehmen.In diesen Zusammenhang muss wohl auch die Aussage Heines eingeordnet werden, dass er das Christentum selbst dann noch erhalten wollte, wenn der Glaube geschwunden ist. Das ist eine sehr unphilosophische Aussage. Hier wird deutlich, dass Heine selbst kein ganz klarer Kopf ist. An anderer Stelle äußert er, wie ihm unwohl ist, wenn Kant Gott seziert; damit zeigt er eine unphilosophische Religiosität. Von diesem Punkt aus lassen sich Heines Irrtümer und Fehlurteile verstehen. Hierher gehört wohl auch, dass Heine seinen eigenen Fortschrittsoptimismus ein wenig relativiert, ohne ihn im Kern zu hinterfragen. Man kann sicher sein, dass Heine vor ideologischem Handeln und Fanatismus zurückgeschreckt wäre. Aber Heine mäßigt seinen Optimismus nur, statt dass er ihn grundsätzlich hinterfragt. Auch hier wird die Gefahr von Heine gesehen, aber kleingeredet. Eine bessere Alternative zum naiven Fortschrittsoptimismus wird nicht gegeben. Heine ist ganz offenkundig fasziniert von dem Neuen und will daran nur das vermeintlich Gute sehen. Heinrich Heine ist einer der ersten, die die Greuel von Kommunismus und Nationalsozialismus vor lauter Faszination nicht sehen wollten - wenn auch nur auf einer theoretischen Ebene.Die Aufgabe des modernen Lesers ist es, sich dieser Faszination Heinrich Heines zu entziehen, und bessere Alternativen zu suchen.Interessant die Aussagen über das deutsche Wesen: Methodisch, gründlich, langsam, auch im Hass, und mit einer Wirkung aufgrund der Gedankentiefe, die die Welt erschüttern wird. Die Deutschen sind generell langsam, wenn sie aber einmal eine Bahn eingeschlagen haben, verfolgen sie diese bis zum Ende.Ein Irrtum ist u.a. die Auffassung, dass es eines Luthers bedarf, um etwas zu bewegen, und dass ein Erasmus und Melanchthon es allein nicht geschafft hätten. Denn Heine selbst spricht später davon, dass Kant und seine Nachfolger eine Wirkung entfalten würden, gegen die die französische Revolution nichts sei.