Read Von den Bakterien zu Bach – und zurück: Die Evolution des Geistes by Daniel C. Dennett Online

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Was ist der menschliche Geist und wie ist er berhaupt m glich Daniel C Dennett ist der weltweit wohl bedeutendste F rsprecher von Materialismus, Aufkl rung und Wissenschaft Seit ber f nfzig Jahren wirbt und streitet er f r seine Ansichten Mit diesem Buch wagt er noch einmal einen Rundumschlag, eine Meistererz hlung von den Urspr ngen des Lebens ber die Geistesgr en der Menschheit wie Johann Sebastian Bach, Marie Curie oder Pablo Picasso bis hin zur K nstlichen Intelligenz Dennett zeigt, wie eine vollkommen geistlose genetische und kulturelle Evolution es geschafft hat, zun chst die Einzeller, dann Pflanzen und Tiere sowie schlie lich den Geist, die Kultur und das Bewusstsein hervorzubringen Und er schie t dabei gewohnt scharf gegen Kreationisten, Antidarwinisten und alle anderen, denen ihr dogmatischer Schlummer wichtiger ist als die Wahrheit....

Title : Von den Bakterien zu Bach – und zurück: Die Evolution des Geistes
Author :
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ISBN : 9783518587164
ISBN13 : 978-3518587164
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 2 11 Juni 2018
Number of Pages : 297 Pages
File Size : 998 KB
Status : Available For Download
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Von den Bakterien zu Bach – und zurück: Die Evolution des Geistes Reviews

  • Fuchs Werner T. Dr
    2019-04-06 18:58

    Ob meine Generation noch ein Buch in den Händen halten darf, in dem das Rätsel vom menschlichen Bewusstsein mit wissenschaftlichen Mitteln gelöst wird, bezweifle ich. Aber es ist ja auch eine verzwickte Aufgabenstellung, ein Ding mit Mitteln zu erklären, die dieses Ding eben ausmachen. Aber weil unser Gehirn keine Sinnlücken duldet, gibt es trotzdem unzählige Versuche, von denen es die meisten nicht wert sind, zur Kenntnis genommen zu werden. Nicht weil sie barer Unsinn wären, sondern weil sie schlecht kaschierte Ideologien ohne wissenschaftlichen Hintergrund feilbieten. Heureka kann der Leser zwar auch nach der Lektüre von Daniel Dennetts neustem Buch nicht schreien , aber viele kleine Aka-Erlebnisse werden bestimmt nicht ausbleiben.Der 1941 geborene Daniel Dennet ist zwar Philosoph, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten auch in die Erkenntnisse der Kognitions- und Neurowissenschaften vertieft. Schon allein das unterscheidet ihn von vielen Autoren, die sich zur Entwicklung und zum Wesen des menschlichen Geistes äußern. Als bekennender Naturalist und Atheist hält Dennett wenig vom cartesischen Dualismus und damit der These, dass der menschliche Geist etwas Immaterielles, letztlich nicht Erklärbares sei. Vielmehr geht Dennett davon aus, dass sich der Geist im Lauf der Evolution nach den gleichen Regeln entwickelt hat, die Darwin auf geniale Weise entdeckt und beschrieben hat.Ein Begriff, den Charles Darwin allerdings nie verwendet hatte, spielt im Denkgebäude von Dennett eine zentrale Rolle. Und das Zauberwort, auf das sich der amerikanische Philosoph gerne beruft, lautet „Mem“. Es macht daher aus meiner Sicht keinen großen Sinn, sich mit dem Thesen von Dennett zu beschäftigen, wenn man sich mit der Theorie der Meme als Arbeitshypothese nicht anfreunden kann. Daher der Tipp, vor dem Anschaffen von Dennetts Buch den Mem-Artikel auf Wikipedia zu lesen. Dort sind auch die wichtigsten Kritiken an diesem Ansatz aufgeführt.Auf die Idee, dass auch Ideen und Gedanken einer natürlichen, nachvollziehbaren Selektion unterliegen, stieß ich erstmals im Buch „Das egoistische Gen“ des Zoologen Richard Dawkins, der „Mem“ 1976 erstmals einführte. Und als ich mich intensiv mit den Regeln guter Geschichten beschäftigte, fand ich viele Gedanken von Susan Blackmore hilfreich, um Gemeinsamkeiten erzählenswerter Geschichten herauszuarbeiten.Wer die Ausführungen Dennetts zu den Memen zumindest interessant genug findet, um die Lektüre fortzusetzen, wird reichlich belohnt. Denn er stößt immer wieder auf Thesen, die auf empirische Art vielleicht noch nicht bewiesen werden können, aber doch viele menschliche Verhaltensweisen besser erklären können. Und ganz nebenbei, wird ihm Darwins Evolutionslehre in einer Art und Weise vermittelt, wie es an Schulen wohl selten der Fall ist. Zumal Dennett einen guten Sinn für Humor hat, mit außergewöhnlichen Beispielen und Analogien aufwartet, auf Gegenargumente eingeht und hart gesottenen Kreationisten fair, jedoch bestimmt an den Karren fährt.Mein Fazit: Wer nur Bücher liebt, die sein eigenes Weltbild bestätigen, sollte vielleicht besser die Hände von Daniel C. Dennetts Werk lassen. Wer jedoch intellektuelle Auseinandersetzungen, neue Gedankengänge und spannende Geschichten mag, wird an der Lektüre viel Freude haben. Auch wenn das nicht unbedingt heißt, alles sofort zu verstehen, was in Dennetts Kopf seit Jahrzehnten herumschwirrt. Doch gerade den Verstehensvorgang wird man nach der Lektüre bestimmt anders sehen. Im Sinne Dennetts versteht Google-Translate jedenfalls nichts.

  • Christian Döring
    2019-04-05 12:32

    Wie kommt der Geist nun in die menschliche Hülle ?Wie verändert sich dieser Geist ?Wie und in welche Richtung entwickelt sich der Geist ?All das sind superspannende Fragen die Daniel C. Dennett hier aufwirft. Ich musste schon am Text bleiben um nicht denFaden zu verlieren, aber selbst als Laie konnte ich dem Inhalt dieses philosophischen Werkes gut folgen. Es ist wie eineReise durch die Entwicklungsgeschichte des menschlichen Bewusstseins.Dennett: "Dieses Buch ... enthält das, was ich (hoffentlich) gelernt habe, wenn eine Menge davon auch noch ungedeckt ist:Mutmaßung und Philosophiererei." Was für mich das spannende an diesem Buch ist, das ist der gesamte Blick von derEntstehung dessen was wir heute als Bewusstsein bezeichnen, bis hin zur Gegenwart und Zukunft. Man muss mit Dennettnicht immer einer Meinung sein, aber was er schreibt hat Logik und deckt sich an vielen Stellen mit meiner bescheidenenSicht der Dinge:"Die große Gefahr geht meiner Ansicht nach nicht von superintelligenten Maschinen aus, die unser zukünftiges Schicksal be-stimmen, sondern von der Überschätzung der Verstandesfähigkeiten von Denkwerkzeugen, denen wir uns voreilig unterordnen."Dennett setzt als Erklärung für alles auf die Evolution, dies wird sicher in einigen Kreisen Widerspruch erzeugen, aber davoneinmal ganz abgesehen, dürfte dieses Buch zu einem Grundlagenwerk der Philosophie und der Betrachtung des menschlichenGeistes werden. Ich habe dieses Werk mit großem Gewinn gelesen!

  • Wolfgang >60
    2019-04-23 19:30

    Dennett fasst 50 Jahre eigener und fremder Forschung zum Phänomen „Geist“ im Grenzgebiet von Philosophie und Naturwissenschaften zusammen und stellt seine Erkenntnisse als ein in sich schlüssiges Weltbild vor. Es geht nicht um neue Erkenntnisse, sondern das Gesamtbild – den Wald und nicht die Bäume.Dieses ist eine eigene Sicht der Welt mit Konzepten, Modellen, Vorstellungen, Begriffen, ja: einer eigenen Sprache, die oft im Widerspruch zum unmittelbaren Eindruck, der Binnensicht in der ICH-Perspektive stehen und daher nicht die breite Anerkennung finden, die sie sicher verdienten.Alles hängt mit allem zusammen; man muss – wie bei Systemen üblich - irgendwo beginnen und die Berechtigung dieses Anfanges durch die Plausibilität der Ergebnisse, der Narration und der Möglichkeit zutreffender Schlussfolgerungen unter Beweis zu stellen.Luhmann beginnt beispielsweise seine Systemtheorie mit dem Satz: „Es gibt Systeme“!Dennett greift auf mehr oder weniger bekannte Sachverhalte zurück und stellt sie in ein so überzeugendes Gesamtbild, dass man die bis zum Ergebnis zurückgestellten Bedenken als zu Recht hinterfragt erkennt: Diese Sicht steht oft im Widerspruch zu den in der Lebenswelt vermittelten Interpretationen; es ist daher gut, nicht nur die Sachverhalte zu prüfen, sondern sich mit den Konsequenzen zu beschäftigen, wenn es gilt, den Bereich von traditioneller Kultur und Religion zu erweitern. Letztlich geht es darum, unser natürliches Denken umzukrempeln und neu auszurichten.Bereits mit Descartes Geist-Körper-Dualismus ist die Vorstellungskraft des Menschen gefordert, wenn man sich einerseits als Einheit empfindet, gleichzeitig aber dem „Geist“ eine separate Existenz zuschreibt; nicht zuletzt die Tradition führt dazu, die Leib-Seele-Dualität als „normal“ anzusehen.Vielleicht ist das einer der Gründe für die Ablehnung der Ideen Dennetts, die Gewohntes in Frage stellen!Dennett korrigiert gelegentlich Konflikte mit Vertretern konkurrierender Konzepte, die scheinbar auf sachliche Differenzen oder Brüche in der Argumentation hinweisen, die oft weniger sachlich begründet als auf charakterliche Unterschiede ihrer Vertreter zurückzuführen sind.Die Weisheit des Alters macht es möglich, über eigene Schatten zu springen …Im Ergebnis ist dieses Buch der umfassende Versuch, auf Argumente von Zweiflern einzugehen und falsche Vorstellungen zu entkräften, so dass diese „die Möglichkeit einer wissenschaftlichen, materialistischen Theorie ihres eigenen Geistes erstmals ernst nehmen können“.Der Text ist insofern herausfordernd, als man ihm gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen folgen muss, denn neben der sachlichen Aussage wird immer auch – im Kant'schen Sinne - die Möglichkeit des Zustandekommens unserer Erkenntnis, der Eindrücke, Modelle, Analysen und Schlussfolgerungen mit berücksichtigt – was in letzter Konsequenz bedeutet: die materielle Basis wird mitgedacht!Und mehr noch: die eigene, bei Analyse und Erkenntnisgewinn verfolgte Strategie muss gleichzeitig immer wieder hinterfragt und neu justiert werden!Andererseits bemüht sich Dennett um einen didaktisch gestützten Zugang, damit man – analog zu Wittgensteins Sprach-Leiter – die Mittel vergessen kann, wenn das gewünschte Ziel erreicht ist.Dabei wird deutlich, welche Rolle der Beobachter und seine Sprache in Form von Beschreibungen bzw. der Zuschreibungen von Eigenschaften zu Objekten spielt.Bei der Lektüre kann man – gerade in der Auseinandersetzung mit eigenen Denk-Hindernissen – Vorstellungen präzisieren, kann aber auch dazu alternative – z. B. konstruktivistische – Vorstellungen anpassen.Die Auseinandersetzung lohnt sich allemal, weshalb ich das Buch gern empfehle.